Start-up fürs Revier

Egal ob man nun ein Revier neue übernimmt oder sein altes weiterführt – nach einer gründlichen Revierinventur geht es ans Eingemachte: Winterschäden müssen behoben, Kanzeln oder Leitern strategisch errichtet, Salzlecken neu bestickt oder Kirrungen oder Wildäcker angelgt werden.

In unserer interaktiven Karte finden Sie alles, was Sie für eine Revierausstattung benötigen:

(Illustrator: KHB)

 

BS (Benedikt Schwenen)
BS (Benedikt Schwenen)

Nach einer ausführlichen Inventur mit Sicherheitskontrolle von Kanzel und Co müssen vor allem die Schäden, die über den Winter entstanden sind, behoben werden. Dabei sollte man in erster Linie auf morsches Holz ein besonderes Augenmerk haben. Eventuell ist es sogar nötig, den ein oder anderen Hochsitz zu ersetzen oder sogar an einer strategisch geschickteren Stelle zu platzieren, da der alte Standort unattraktiv geworden ist. Dabei aber bitte immer das Einverständnis der Jagdgenossen einholen und die Unfallverhütungsvorschrift einhalten. Denn Sicherheit zahlt sich aus – auch im Revier. So sollte man abwägen, ob man beispielsweise beim Bau einer neuen Kanzel selbst Hand anlegt oder doch lieber kein unnötiges Verletzungsrisiko beim Eigenbau eingeht und es sich leisten kann, eine „Fertigkanzel“ zu erwerben. Nichts ist nervenaufreibender als ein schlecht geplantes und dann zum Scheitern verurteiltes Projekt. Daher sollte man sich genau überlegen, welche der in den vergangenen Wochen geschmiedeten Pläne fürs Revier realisierbar sind und wo die Umsetzung absolut unrealistisch ist. So bleibt dem ein oder anderen vielleicht mehr Zeit, um die Jagd richtig genießen zu können.

 

DIT (Jens Dittrich)
DIT (Jens Dittrich)

BESTENS GERÜSTET
Ein weiterer Punkt auf der Checkliste für den Frühjahrsputz im Revier könnte das neue Anlegen oder Optimieren von Wildäckern und Kirrungen zur Wildschadensbegrenzung sein. Daher sollte man sich schon frühzeitig Gedanken machen, wo ein Wildacker sinnvoll ist und mit welcher Hilfe das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden kann. Beispielsweise sollte der Arbeitseinsatz eines Landwirtes hierfür rechtzeitig in die Wege geleitet werden.

RioPatuca Images/fotolia
RioPatuca Images/fotolia

Ferner müssen Salzlecken kontrolliert und neu bestückt beziehungsweise an anderer Stelle neu angelegt werden. Gerade an Suhlen sollten eine Salzlecke und minimal ein Malbaum stehen. Auch wenn Suhlen „nur“ Schlammlöcher sind, müssen sie gepflegt werden.

Das heißt, jetzt ist es an der Zeit, sie von störendem Astwerk oder Ähnlichem zu säubern. Ebenso verhält es sich mit Pirschwegen oder Steigen: Laub und Äste stören hier nur. Bei der Lebensraumgestaltung außerhalb des Waldes, wie beispielsweise Hecken pflanzen, sollte man unbedingt darauf achten, dass man heimische Arten verwendet. Sowieso ist es sinnvoller, statt auf teures Pflanzgut auf Jungpflanzen aus dem eigenen Revier zurückzugreifen. Wer sich Gedanken zum Thema Wildunfälle macht, sollte an den exponierten Stellen entweder mit Wildwarnreflektoren oder Duftzäunen arbeiten.

FÜR TR-APP-ER UND JÄGER

Matthias Meyer
Matthias Meyer

Und damit man auch den Überblick behält, ist eine Revierkarte unerlässlich, unabhängig davon, ob man sein Revier schon jahrelang oder gerade erst frisch gepachtet hat. Hierfür eignet sich am besten eine Karte, auf der alle aktuellen Reviereinrichtungen eingezeichnet sind – doch häufig sind diese Mangelware. Abhilfe schaffen dabei diverse, vielseitig einsetzbare Smartphone-Anwendungen, so wie etwa die „Meine Jagd“-App.

 

Mit dieser Applikation lässt sich unter anderem das Revier digital vom Handy aus verwalten. Die Jagdgrenze kann am Handy in eine normale oder eine Sattellitenbildkarte eingezeichnet werden. Anschließend können dort von der Salzlecke über den Kunstbau bis hin zur Kirrung alle vorhandenen Einrichtungen angelegt werden. Beispielsweise ist es möglich, alle mobilen Ansitze oder Fallen einfach in ihrer Position zu verschieben. Das funktioniert entweder bequem von daheim aus oder mit GPS an Ort und Stelle. Damit bleibt die Verwaltung der Jagdfläche immer auf dem aktuellen Stand. Wer in mehreren Revieren jagen geht, kann diese problemlos und unabhängig voneinander anlegen.

kelifamily/fotolia
kelifamily/fotolia

Die „Meine Jagd“-App zeigt sich auch für den praktischen Jagdalltag als nützlicher Begleiter und sinnvolles Werkzeug. Denn sie stellt detaillierte und verlässliche Wetter- und Monddaten, die individuell für das Revier oder den eigenen Standort angezeigt werden, zur Verfügung. So können Pirsch oder Ansitz vielleicht noch erfolgreicher werden. Auch das vergebliche Warten auf den Mond, bei einem von Wolken verhangenen Himmel, dürfte damit der Vergangenheit angehören.

 

Ebenfalls für die Praxis geeignet ist die Zusatzfunktion „Saujagd“, die nicht nur dem Jungjäger, sondern sogar dem erfahrenen Waidmann beim richtigen Ansprechen der Schwarzkittel helfen kann. Anhand des digitalen Jagdtagebuchs kann man alle seine (Jagd-)Erlebnisse taufrisch Fotos: fotolia/kelifamily, Rasso Walch Die Daten aus dem digitalen Jagdtagebuch können für die Buchführung sehr hilfreich sein. noch vor Ort archivieren. Gegebenenfalls lassen sich auch Bilder zum Text hinzufügen, die das Geschehene noch eindrücklicher machen.

RW
RW

Nicht nur für Nachsuchenführer geeignet ist das einzigartige „Pirschzeichen“-Modul. Es hilft bei der Kontrolle von Anschüssen und erklärt, welcher Schweiß, welche Knochen oder Schnitthaare je nach Treffer zu finden sein müssten. Das Ganze funktioniert auch umgekehrt über ein Ausschlussverfahren und leitet so zum wahrscheinlichen Treffersitz der Kugel. Zusätzlich wird das weitere Vorgehen im Bezug auf die empfohlene Wartezeit und den voraussichtlichen Schwierigkeitsgrad der Riemenarbeit erläutert.

Das als Erweiterungsmodul für die App erhältliche „Track Back“ ermöglicht es, die eigene Route durch GPSKoordinaten auf der Revierkarte darzustellen, Pirschwege genau festzuhalten oder den Verlauf einer Nachsuche besser nachvollziehbar zu machen. Außerdem kann es hilfreich sein, wenn es darum geht, einen Autoschlüssel oder einen anderen Gegenstand wiederzufinden, den man auf seinem Weg verloren hat.

Ein Export aller gespeicherten Informationen ist per E-Mail möglich. Leider ist die Anwendung aktuell nur im „App Store“ verfügbar. Eine Veröffentlichung im „Google Play Store“ soll folgen.

Die „Meine Jagd“-App bietet bei all diesen Funktionen aber auch die nötige Sicherheit. Persönliche Daten sind ausschließlich auf dem eigenen Smartphone zugänglich und der Zugriff durch Fremde somit nahezu ausgeschlossen. Weitere Informationen zum App finden Sie hier.

RW