SCHUTZ VOR SCHMUTZ

Foto: R.Babakin/stock.adobe.com

Unkomplizierter Wildtransport in Wildwanne oder Heckträger.

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Angesprochen, sauber erlegt und aufgebrochen: Nun muss das erlegte Stück noch in die Wildkammer gebracht werden. Aber wer will sich schon sein Fahrzeug buchstäblich „versauen“? Die Industrie bietet für den Wildtransport diverse technische Lösungen an – von der einfachen Kofferraummatte über Wildwannen aller Größenordnungen und Materialien bis hin zu ausgefeilten Heckträgersystemen.

Im Regelfall wird erlegtes Wild aller Größenordnungen mit dem Auto nach Hause transportiert. Und immer wieder ist auch Fallwild zu bergen – über den Zustand dieser Stücke muss einem Praktiker ja nichts gesagt werden. In beiden Fällen sieht sich der Jäger mit einem Problem konfrontiert: der Verunreinigung des Kofferraums mit Schmutz, Feuchtigkeit sowie Schweiß und damit meist einhergehender entsprechender Geruchsbildung. Fein raus ist derjenige, der erlegtes Wild grundsätzlich mit einem Anhänger abtransportiert oder einen Pick-up fährt.

Was gibt es also, um das Auto möglichst sauber zu halten und zugleich das Wild fachgerecht zu transportieren?

KOFFERRAUMMATTEN
Als ersten Behelf zum Schutz vor Schmutz bieten praktisch alle Hersteller für relativ wenig Geld passgenaue Kofferraummatten aus Kunststoff/Gummi als Zubehör an. Damit bleibt zumindest der Boden sauber. Sie sind leicht herauszunehmen und zu reinigen, haben aber nur einen niedrigen Rand.

KOFFERRAUMWANNEN
Deutlich besseren Schutz bieten hier passgenaue Kofferraumwannen. Diese bieten einen kompletten Rundumschutz, sind aus leicht elastischem, aber dennoch robustem, lebensmittelechtem Kunststoff gefertigt. Sie sind ohne großen Aufwand einzusetzen und damit auch zu reinigen.

WILDWANNEN
Eine von sehr vielen Jägern genutzte Möglichkeit zum Wildtransport sind Kunststoffwannen. Die zahlreichen Ausführungen reichen von der einfachen Mörtelwanne aus dem Baumarkt bis zu speziellen „Wildwannen“. Diese sind in vielen Größen (60 l bis 200 l), diversen Formen, mit und ohne Griffe sowie mit Abdeckung erhältlich. Sie haben ein geringes Gewicht, sind einfach zu installieren, leicht zu reinigen und verhältnismäßig preiswert. Das Material ist in der Regel lebensmittelecht. Sie eignen sich zudem bestens zum Transport für Futter-/ Kirrmaterial.

HECKTRÄGER
Die aus feuerverzinktem Metall oder Edelstahl gefertigten Transportgestelle können auf die Anhängerkupplung montiert werden. Die Befestigungsvarianten auf dem Kugelkopf reichen vom einfachen Schraubverschluss bis hin zu Einhandhebel- Schnellverschlüssen mit absenkbarem Korb (erhältlich z. B. bei www.profitechrevier.de). Einfache Heckträger gibt es schon für unter 100 Euro, ein hochwertiges System mit Straßenzulassung inklusive Beleuchtungseinheit und Transportbox kann dann schon mal 500 bis 600 Euro kosten. Aufgrund des Hygieneaspekts sollte auf einem offenen Heckträger nur unaufgebrochenes Wild über kurze Strecken transportiert werden. Allerdings gibt es für nahezu alle Heckträger Wildwannen- Einsätze oder Boxen mit Planenüberzug oder passgenauem Deckel.

HECKTRÄGER IM GRÜNEN BEREICH
Am Fahrzeugheck angebrachte Tragesysteme gelten als Fahrzeugteile. Sie dürfen nicht über die seitliche Begrenzung des Fahrzeugs hinausragen. So ist darauf zu achten, dass weder die Autorücklichter noch das Kennzeichen durch den Heckträger oder die darauf befindliche Last verdeckt werden. Ist dies der Fall, müssen die Rücklichter sowie das Nummernschild am Heckträger durch e-geprüfte Rücklichter und ein Kennzeichen wiederholt werden. Da die Anhängerkupplung eigentlich zum Ziehen konstruiert wurde, muss beim Beladen des Heckträgers unbedingt immer die Belastbarkeit beachtet werden. Denn die angegebene Stützlast einer Anhängerkupplung sagt nichts über ihre Belastbarkeit aus. Das heißt, die durch das mit zulässigem Gesamtgewicht beladene Hecktragesystem hervorgerufene Entlastung der Vorderachse darf grundsätzlich nicht größer sein als die Entlastung, die sich aus dem vom Fahrzeughersteller angegebenen Maximalwerten für Stützweite und Stützlast ergibt. Ansonsten wird die Vorderachse zu stark entlastet und es kommt zu verändertem Fahr- und Bremsverhalten.

Jost Doerenkamp