Ja, was ist denn die Jagd?

Foto: BLV-Verlag
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Susanne Schmid, Christine Paxmann und Jacques And. Volland gehen der Frage aus ganz unterschiedlichen Richtungen nach. Was war die Jagd früher? Was ist sie heute? Und welche Bedeutung hat die Jagd für uns Menschen, die Natur und die Tiere? Wie hat die Jagd Kultur und Kunst beeinflusst? Welche Tiere gehören zum Wild und was darf man im Wald und was nicht? Die Jagd ist so alt wie die Menschheit selbst. Doch ihre Bedeutung hat sich immer wieder verändert!

Komm einfach mit auf die Pirsch durch Feld, Wald und Wiesen – und lerne die Geschichte der Jagd kennen !

WARUM DARF NICHT JEDER JAGEN?

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Jahrhundertelang war die Jagd ein Vorrecht des Adels, also der Freiherren, Grafen, Fürsten, Herzöge und Könige, der Prinzen und Prinzessinnen und aller, die zum Königshof gehörten. Das änderte sich mit der Französischen Revolution 1789. Von da an durften wirklich alle jagen und selbst das Wild wurde zum Eigentum des Volkes. Die Folge war, dass alle überall herumschossen. Es war richtig gefährlich im Wald und zu viel Wild wurde geschossen, das war nicht waidgerecht. Es musste eine neue Ordnung her! In Deutschland gehörte das Jagdrecht ab 1848 zu den Grundrechten des Volkes. Es wurde dem Landbesitz zugeordnet. Damit ist das Jagdrecht an Grund und Boden gebunden. Jeder, dem ein Wald, ein Feld oder eine Wiese gehört, die groß genug ist, darf dort jagen, wenn er einen Jagdschein hat.

Viel Jägerbrauchtum kommt noch aus der feudalen Zeit, also aus der Herrscherzeit des Adels. Heute darf jeder einen Jagdschein machen, der polizeilich noch nicht aufgefallen ist. Da sind die Gesetze ganz streng!

DIE JÄGERPRÜFUNG

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Wer auf die Jagd geht, der muss jagen können. Denn die Jäger nutzen die Natur, ähnlich wie es ein Landwirt, Bauer oder Förster tut: Sie entnehmen der Natur etwas. Da kann und darf man nicht alles nehmen, vor allem nicht zu viel. Man muss sich auskennen. Das gilt besonders für die Jagd. Die Jäger lernen alles über Natur und Tiere, Gesetz und Waffen. Und sie müssen dann eine Prüfung machen, die das „Grüne Abitur“ genannt wird. Das besteht aus verschiedenen Teilbereichen, und man muss vorher ganz schön büffeln, um die vielen Themen zu beherrschen. Nach bestandener Prüfung dürfen sie sich Jäger und auch staatlich anerkannte Naturschützer nennen.

NACHHALTIGE JAGD

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Hinter dem Begriff der Jagd verbirgt sich eine Vielzahl von Tätigkeiten und Aufgaben. Das Erlegen des Wildes, an das man als erstes denkt, wenn man den Begriff Jagd hört, spielt dabei aber nur eine kleine Rolle. Über das ganze Jahr verteilt weiß der Jäger, wann und wie er das Wild und die Natur hegen, nutzen und schützen und wann er es ernten kann. So wie es in der Land- und Forstwirtschaft auch stattfindet. Dabei ist es besonders wichtig, dass der Jäger stets nachhaltig jagt. Das bedeutet, er darf nur so viel entnehmen, wie der Wildbestand verträgt. Das Ziel einer nachhaltigen Jagd ist der Erhalt eines gesunden und artenreichen Wildbestandes.

Der Wildbestand orientiert sich an den regionalen Verhältnissen, zum Beispiel der Waldverjüngung. Der Wald ist aber die Nahrungsquelle der Wildtiere. Kann er sich nicht mehr erneuern, ist das auch schlecht für seine Bewohner.

DIE PIRSCH

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So wie ein Indianer sich anschleicht, ungefähr so sollte eine Pirsch ablaufen. Natürlich ohne Pfeil und Bogen, dafür mit Fernglas und Waffe, angepasster Kleidung, guten Schuhen – und wie immer: leise und vorsichtig. Denn das Wild hat gute Sinne: Es windet (riecht) sehr gut, es äugt (sieht) gut. Nur keine Farben, aber schwarz-weiß genügt, um einen sich bewegenden Menschen zu erkennen und sich sofort zu verdrücken oder still wie ein Fels zu stehen. In den Felsen, also im Gebirge, muss der Jäger natürlich ein wenig klettern können; er muss Kondition haben, damit ihm nicht die Puste ausgeht. Sonst kann er nicht gut schießen. Und warum muss er schwimmen können? Ja, um auch mal eine Ente aus dem Wasser zu holen. Aber eigentlich sollte das sein Hund machen…
Jäger und Hund müssen lautlos auf der Pirsch sein.

JÄGERTOCHTER LAURA

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Das war wieder ein Tag. In den Ferien darf ich manchmal morgens mit ins Revier. Ganz schön früh, da hab ich manchmal keine Lust. Aber meine Eltern auch nicht. Die jagen beide. Und ich glaube, die Mama besser als der Papa. Zumindest sagen das die anderen Jäger. Oder die Mama hat einfach mehr Glück. Nein: Anblick und Anlauf, so nennen die das. Eine lustige Sprache, die Jägersprache. Schweiß ist zum Beispiel nicht der Gestank der Menschen, sondern das Blut des Wildes. Blutig ist es manchmal, es riecht auch manchmal seltsam, wenn wir ein Reh aufbrechen und zerwirken. Aber das geht vorbei. Und am Ende gibt es eine Wildpfanne. Oder nur eine Pizza, wenn beide nichts geschossen haben.

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Auszug aus dem Buch:
Was ist denn die Jagd? Für Kinder einfach erklärt – die Jagd früher und heute
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