Federwildjagd im Feldrevier

Gewässer in Feldgehölzen haben für Stockenten eine magische Anziehungskraft. An diesen Niederwildperlen lassen sich immer ein paar dicke Breitschnäbel erbeuten.

Besonders gut werden Gewässer angenommen, deren Ufer von Eichen umgeben sind. Plumpsen im Herbst die dicken Früchte ins Wasser, fallen die Stockenten dort Tag für Tag ein. Mit ihrem starken Muskelmagen gelingt es ihnen spielend, die stärkehaltigen Eicheln zu zerreiben.

 

Sind die Ufer nur mit Erlen, Birken oder Weiden bewachsen, kann der Jäger mit etwas Kirrmaterial nachhelfen, um die Enten zum Einfallen zu bewegen. Am besten nehmen sie Mais, Weizen oder Gerste an. Aber auch mit gesammelten Eicheln lassen sich Stockenten ans Gewässer binden. Die dicken Happen haben den Vorteil, dass sie nicht so auffällig sind und nicht jeden Tag gekirrt werden muss. Am besten wird das Kirrmaterial im knöcheltiefen Wasser angenommen, weil die Enten dort bevorzugt gründeln und sie sich sicher fühlen.

Wenn das Kirren im Gewässer verboten ist (Achtung, Länderregelungbeachten), wird der Mais am Ufer verstreut. Dabei ist es wegen der Gefräßigkeit der Enten wichtig, mehrere kleine Kirrstellen statt einer großen einzurichten. Rund ein Kilogramm Mais genügt zunächst, um die Enten auf die neue Futterquelle aufmerksam zu machen. Wird das Entenbuffet regelmäßig abgeräumt, was in der Regel sehr schnell geschieht, kann die Menge etwas erhöht werden.

Entenjaeger_Strecke_Bleifrei

Waidmannsheil beim Abendstrich

Haben die Stockenten das Gewässer angenommen, kann gejagt werden. Am erfolgversprechendsten ist dabeider Abendstrich, der je nach Lage des Kleingewässers 20 Minuten bis eine Viertelstunde vor Ende des Büchsenlichts einsetzt. Aufgrund der dichten Vegetation ist es in der Regel nicht nötig, einen Tarnschirm aufzubauen. Ein Tarnanzug genügt, um sich vor den neugierigen Blicken des Federwildes zu verbergen. Wer auf Nummer sicher gehen will, benutzt zu-sätzlich eine Gesichtsmaske (Mückenschleier) und Handschuhe.

Wenn der Schleier beim Schießen stört, sollte ein breitkrempiger Hut oder eine Kappe aufgesetzt werden. Entscheidend ist, dass das helle Gesicht nicht in den Abendhimmel „leuchtet“. Denn das warnt die Breitschnäbel.

Bieten die Ufer nicht genügend Deckung, wird aus ein paar Stöcken und etwas Tarnnetz ein Schirm gebaut. Aufgepasst bei der Platzwahl: Enten fallen immer gegen den Wind ein. Perfekte Bedingungen herrschen, wenn dem Entenjäger der Wind im Nacken steht und er dabei in Richtung untergehende Sonne blickt. Denn dann kommen die Breitschnäbel von vorn auf ihn zu und bilden am hellen Abendhimmel klare Ziele. Manchmal streichen die Enten sehr hoch an und lassen sich von oben wie die Steine aufs Gewässer fallen. Dabei werden sie von unerfahrenen Jägern schnell überschossen. Doch dies lässt sich auf dem Jagdparcours gut trainieren. Bei dieser Gelegenheit sollten verschiedene Schrotpatronen auf 30, 25, 20 und 15 Meter ausprobiert werden, um die passende Laborierung zu finden. Gerade bei Weicheisenpatronen sind die Unterschiede bezüglich der Verteilung der Schrote zum Teil sehr groß. Wer sich blind auf die „heißen Tipps“ anderer Jäger verlässt und sich nicht die Mühe macht, die beste Laborierung oder den passenden Choke zu finden, bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück.

 

Einflugschneisen anlegen

Meistens fallen die Breitschnäbel jedoch nicht von oben über die Wipfel ein, sondern sie suchen sich einen Weg durchs Geäst. Es ist erstaunlich, wo sich die Enten dabei überall durchzwängen. Jede möchte die Erste an der Kirrung sein. Um das Schießen zu erleichtern, sollten am Ost- und Westufer in etwa vier Meter Höhe ein paar Seitenäste abgesägt werden, sodass kleine Einfluglöcher entstehen. Wie viele davon angelegt werden, hängt von der Länge des Gewässers und der Anzahl der Jäger ab. Achtung: Zu tief sollten die „Sichtfenster“ nicht liegen, denn dann tauchen die Breitschnäbel zu schnell im Dunkeln ab, was zu unnötigen Fehlschüssen führt. Selbstverständlich müssen wegen der Sicherheit alle Jäger auf derselben Uferseite abgestellt werden.
Während man zu Beginn der Saison noch ohne Lockenten und akustische Locker auskommt, können sie im Dezember und Januar darüber entscheiden, ob man mit ein paar dicken Erpeln oder als Schneider nach Hause geht. Denn Enten sind zwar gierig, aber nicht dumm! Ein paar Jagden und sie umkreisen das Gewässer minutenlang, bevor sie endlich einfallen. Manchmal drehen sie sogar wieder ab. Ein halbes Dutzend Lockvögel wiegt die Breitschnäbel jedoch in Sicherheit. Ob Vollkörper-Attrappen oder Fold-Up-Decoys (FUD) benutzt werden, ist egal. Beide Lockvogelarten haben

Lockente_Anker

Vor- und Nachteile

Besondere Lockbilder sind bei der Jagd am Kleingewässer nicht nötig. Die Attrappen werden einfach ins seichte Wasser geworfen. Sobald das Klingeln der Schwingen zu hören ist, muss nur noch der Entenlocker benutzt werden. Der Futterneid sorgt dafür, dass sie ohne Argwohn einfallen.

Nachsuchen und Apport

????????????????????????????????????

Weil sich die Stockenten nicht an den gestreckten Artgenossen stören, lässt man den Hund erst ins Wasser, wenn der Abendstrich vorüber ist. Zuvor müssen jedoch die Lockenten aus dem Wasser gefischt werden. Denn in der Dunkelheit könnte sich der Hund in den Ankerleinen der Lockvögel verfangen.

Da die meisten Tümpel in Feldgehölzen nur knietief sind, genügt zum Bergen der Decoys eine Wathose. Aus tieferen Bereichen werden sie mit einer Teleskopstange geangelt.

 

Christian Schätze