Der Weg zum perfekten Schuss – Teil 2

Krieghoff

BASKÜLE UND VERRIEGELUNG

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Warum legt ein ambitionierter Schrotschütze sein Augenmerk bei seiner Flinte auch auf „Selbstverständlichkeiten“ wie Basküle und Laufverriegelung? Nun, eine gut liegende Flinte, mit der man im Lauf der Zeit auf dem Wurfscheiben-Parcours wie auf der Jagd eine „Einheit“ bildet, sollte einen am besten lebenslang begleiten. Sprich: mehrere Hunderttausend Schuss verkraften.

Die Basküle und die Laufverriegelung spielen für die Haltbarkeit der Flinte eine zentrale Rolle.

Schon wegen des erforderlichen Gewichts und aufgrund geringerer Belastbarkeit scheiden bei einer viel benutzen Bock- oder Querflinte Aluminiumbaskülen aus. Solch eine Flinte sollte ohne Wenn und Aber mit einer Basküle aus hochwertigem Stahl ausgestattet sein, selbstverständlich ausreichend stark dimensioniert und perfekt gehärtet. Die Basküle nimmt dabei z.B. nicht nur den Monoblock (das hintere Laufbündelteil) und Verschlusselemente auf. Vielmehr müssen auch die Spannstangen für die Selbstspannerschlosse sicher und verwindungsstabil geführt werden. Das ist sowohl in der Wandung als auch im Baskülenboden möglich.

Stabile Baskülenrahmen mit Scheibe und Rückenteil garantieren einen perfekten Sitz der Schlossteile sowie des Hinterschafts.

Krieghoff
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Vorteilhafterweise ist die Stahlbasküle wie z.B. an den Krieghoff- Bockflinten K-80 oder K-20 nicht nur starkwandig, sondern auch lang. Der Abstand von Stoßboden zu Scharnier für die Laufbündelaufhängung ist dabei groß: Die beim Schuss auf den Verschluss wirkenden Kräfte werden so abgemildert. Gepaart mit der niedrigen Basküle, ergibt sich zudem ein geringer Öffnungswinkel. Der ermöglicht bequemeres (Nach-)Laden und daraus resultierend schnellere erneute Schussbereitschaft. Ebenso sorgt eine niedrige Basküle für mehr Schießkomfort und angenehmen Anschlag. Das bequeme Abkippen des Laufbündels zeichnet dabei alle Krieghoff-Flinten aus. Deshalb coache ich gerne meine Schüler mit ihnen.

Die Doppelflinte Krieghoff Essencia hat eine sehr schlanke, formschöne und in der Regel buntgehärtete Basküle. Sie ist als Roundbody-Ausführung erhältlich: Die abgerundete Basküle trägt zu einem noch eleganteren Erscheinungsbild dieser Luxusflinte bei. In den Banden verlaufen die Spannstangen und im geschwungen Anschluss liegen die Platten mit den Seitenschlossen. Besonders gelungen ist die formschöne Muschelierung – ein Augenschmaus.

Krieghoff_K80_Verschluss
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Ganz wichtig für die Haltbarkeit und Freude an einer Flinte ist der Verschluss. Er muss gut dichten, gleichzeitig aber auch gut gleiten, im Idealfall sprichwörtlich wie die Tür eines Rolls-Royce. Der doppelte Laufhakenverschluss an der Doppelflinte Essencia ist ein Klassiker. Gut eingepasst, benötigt man bei einer Doppelflinte eigentlich nicht mehr. In die Laufhaken greifen konische Keile ein. Darüber hinaus verfügt diese klassische Side-by-Side über eine Purdeynase. Diese wirkt seitlichen Scherkräften entgegen.

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Die Krieghoff Bockflinten K-80 und K-20 bieten bei der Verriegelung ein besonderes technisches Schmankerl: Sie kommen ohne Laufhaken aus, wodurch diese Bockflinten erstaunlich niedrig bauen. Die Laufbündel- Aufhängung am Scharnier, dem Drehpunkt der Basküle, liegt

im Bereich des unteren Laufs sehr hoch und dank langer Basküle weit vorn. Der Verschluss wird durch eingeringeres Drehmoment erheblich entlastet. Besonders beim Abfeuern des unteren Laufs sind die nach oben wirkenden Kräfte äußerst gering. Das angenehme Rückstoßverhalten erleichtert einen zügigen Folgeschuss mit dem oberen Lauf. Die Verriegelung erfolgt mittels einer formschönen Verschlussplatte auf der Basküle. Sie schiebt sich über Flanken am Monoblock und verriegelt das Laufbündel oben. Eine konische Form der Verriegelungsflächen sorgt für einen selbständig nachdichtenden Verschluss. Solch ein Verschluss hielt – nachweislich – weit über eine Mio. Schuss aus: eine unglaublich Zahl. Ein Nachdichten eines Verschlusses, den renommierte Firmen wie Krieghoff als Serviceleistungen selbstverständlich anbieten, bleibt so eine Ausnahme.

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Der Öffnungshebel auf der Scheibe soll – wie bei den Krieghoff Flinten gang und gäbe – sicher zu greifen sein und geschmeidig laufen. Wer schon mal mit einer K-80 oder K-20 geschossen hat, weiß, wovon ich spreche. Natürlich kann man den „Öffner“ auch schön gravieren und auch skelettieren. Eine eingravierte Fischhaut sorgt bereits in der Grundausstattung für rutschsichere Handhabung.
Keine Frage: Die Basküle hat in Relation zum Flintenkaliber zu stehen. Wer von einer eleganten 20er-Flinte träumt, passt auf, dass er keine Mogelpackung erwischt, bei der die Läufe zwar das Kaliber 20 aufweisen, ein kräftiger Monoblock aber die Verbindung zu einer herkömmlichen 12er-Basküle bildet. Das wirkt auf Kenner nicht nur plump; die hinterlastige Flinte lässt sich schlechter anschlagen und schwingt nicht wie von selbst.

Krieghoff kennt da keine faulen Kompromisse: Beim Bockflinten- Modell K-20 wurde eine verkleinerte Basküle exakt auf das schlankere 20/76er-Laufbündel abgestimmt. Das Ergebnis ist eine in sich ausgewogene, bestens in Anschlag gehende und mitschwingende Waffe von filigraner Erscheinung.

Nicht umsonst ist eine Krieghoff K-80 oder K-20 summa summarum eine erstklassige Wahl für internationale Top-Schützen. Sie vertrauen auf Technik und Fertigungsqualität aus dem Hause Krieghoff. Auch ich vertraue am Jagdparcours Dornsberg darauf. Eine Flinte von Krieghoff hat mich noch nie im Stich gelassen.

Markus Leibinger