Auf was Neues!

Nicht nur nach der erfolgreich absolvierten Jägerprüfung stellt sich die Frage nach der passenden Jagdausrüstung und -bekleidung. Auch gestandene passionierte Waidgesellen stehen immer mal wieder vor der Frage, ob es sinnvoll ist, den einen oder anderen Ausrüstungsgegenstand auszutauschen, sei es, weil er langsam in die Jahre gekommen ist und zum Beispiel die Bekleidung „fadenscheinig“ wird, oder weil es einfach auch interessante Neuerungen aufgrund des technischen Fortschritts gibt.

Foto: kaninstudio/stock.adobe.com
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Doch selbst für erfahrene Waidgesellen ist es wirklich nicht immer einfach, in dieser scheinbar endlosen Vielfalt des Angebots den Überblick zu behalten beziehungsweise überhaupt erst zu bekommen. Was dem einen Jäger die ideale Büchse und das optimale Kaliber sind, wird vom nächsten Schützen als absolut „untauglich“ deklariert. Und nur für einen (im Zweifelsfall Fehl-) Versuch eine hochgelobte Büchse samt Optik zu kaufen ist ein nicht gerade preiswertes Vergnügen.

Da ist guter Rat oftmals teuer. Hier zeichnen sich wiederum Fachhändler aus, deren kompetente Mitarbeiter dem Suchenden mit Rat und Tat zur Seite stehen und schlussendlich das Angebot auf die Bedürfnisse eingrenzen. Dazu gehört natürlich auch immer der Geldbeutel, der den Wünschen ein Limit setzt.

KEINE EXOTISCHEN SCHNÄPPCHEN
Daher ist es ratsam, sich bereits im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, was man für seine neue Ausrüstung auszugeben bereit ist. Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, auf welche Wildarten zum Beispiel die Büchse geführt werden soll. Wie sind die Bedingungen im jeweiligen Revier? Das Kaliber sollte im Hinblick auf einen möglichen späteren Verkauf nicht allzu „exotisch“ sein. Gleiches gilt hinsichtlich der dazugehörigen Optik.

Ist noch ein adäquates Zielfernrohr im eigenen Besitz oder muss auch ein neues gekauft werden? Oftmals werden im Fachhandel Kombinationen von Produkten namhafter Hersteller zu einem attraktiven Preis angeboten.

Gerade bei der Optik ist es nicht ratsam, am falschen Ende zu sparen. Denn manches namenlose Schnäppchen hat im Nachgang bitter enttäuscht und wurde mit dem Kauf eines besseren Zielfernrohres entsprechend teuer.

Beim Kauf einer neuen Flinte ist darauf zu achten, dass sie für „Stahlschrote“ beziehungsweise eigentlich Weicheisenschrote geeignet ist, was heute eigentlich Standard ist oder sein sollte. Und auch hier stellt sich wieder die Frage nach dem Kaliber (Bin ich mit meinem „alten“ zufrieden?) und wofür ich die Flinte haben möchte: hauptsächlich zur Jagd und/ oder auch auf dem Schießstand.

DRÜCKENDE SCHUHE
Noch wichtiger als die passende Jagdhose ist bei der Jagd passendes, bequemes Schuhwerk. Das gilt gleichermaßen für Jäger wie Jägerinnen. Bei den Damenmodellen ist – neben einem anderen Leisten – der Schaft oftmals etwas niedriger, es gibt teilweise andere Farben und der Fersenabschluss ist häufig weicher gestaltet.

WAS IST EIN LEISTEN?
Ein Schuh hat immer seine eigene Größe, Form und Absatzhöhe. Diese Merkmale werden werkseitig durch den sogenannten Leisten bestimmt. Um zur dreidimensionalen Hohlform eines Schuhs zu gelangen, werden seine einzelnen Teile auf einer Form, dem Leisten, montiert. Er entspricht einem Abbild des menschlichen Fußes in einer normalen Haltung bei mittlerer Belastung und berücksichtigt gleichzeitig die Formmerkmale des geplanten Schuhmodells. Diese manifestieren sich vor allem in Form, Größe und Länge der Leistenspitze sowie in der Fersensprengung (spätere Absatzhöhe).

Der Leisten eines neuen Schuhs wird zunächst nach zweidimensionalen sogenannten Formschablonen (auf Papierblättern) aus Holz angefertigt. Für die Serienproduktion wird wegen der geringeren Empfindlichkeit recyclingfähiger Kunststoff als Leistenmaterial bevorzugt. Letztlich wird über den Leisten der Schuh geschustert.

Wenn der verwendete Leisten aber so gar nicht der Form des eigenen Fußes entspricht, wird einem der Schuh einfach niemals passen. An dieser bitteren Erfahrung werden auch viele qualvoll absolvierte Wanderkilometer nichts ändern. Eine perfekte Passform ist daher das
wichtigste Kriterium für einen Schuh überhaupt!

Der Schuh (genauer gesagt das Schuhoberteil, in der Fachsprache auch „Schaft“ genannt) erhält durch den Leisten seine endgültige Form. Somit ist der Leisten einerseits ein vereinfachtes Abbild des Fußes und daher für die Passform verantwortlich, bietet zugleich aber auch Gestaltungsmöglichkeiten, die auf das Design des Schuhs abheben.

SCHUHSPITZE UND ABSATZHÖHE
So kann beispielsweise die Schuhspitze stark variieren. Immer vorausgesetzt, dass der Bereich der Schuhspitze, in dem die Zehen sich befinden, den anatomischen Gegebenheiten (in der Höhe, Breite und Länge) Rechnung trägt. Die Leistenform legt zudem auch die spätere Absatzhöhe des Schuhs fest. Der Oberlederschnitt des Schuhmodells und der Leisten müssen aufeinander abgestimmt werden, denn der Schuh wird um den Leisten herum gebaut:

Erst wird die Innensohle (die sogenannte Brandsohle) des Schuhs unter dem Leisten befestigt, dann das Schuhoberteil (Schaft) über den Leisten gezogen („gezwickt“) und an der Innensohle befestigt, bevor die eigentliche Laufsohle angebracht wird. Insofern ist der Leisten die maßgebliche Form, um dem Schuh sein späteres Aussehen zu geben.

Die richtige Größe entscheidet wesentlich darüber, ob man mit seinen Schuhen Freude hat oder eben auch nicht. Man sollte darauf achten, dass der hintere Teil des Fußes im Schuh richtig sitzt (Fersensitz), die Zehen dagegen genug Platz haben. Der Fersensitz sollte mit dem ungeschnürten Schuh überprüft werden. Hat man seitwärts Spiel, ist die Ferse des Schuhs zu breit. Nach vorne sollte vor den Zehen fast ein Fingerbreit Platz sein – wichtig, damit man beim Bergabgehen später nicht vorn anstößt.

Selbst wenn der Schuh im Geschäft im ersten Moment sehr bequem ist, sollte man zum Vergleich auch mal eine halbe Nummer größer anprobieren.Ein kleiner Tipp am Rande: Männer mit sehr schmalen Füßen sollten einmal die Damen-Version probieren (bis Größe 9 erhältlich).