Anblick Garantiert

Passionierte Sauenjäger und notgedrungen auch Jäger, die eine drohende Wildschadensanmeldung auf den Sauenansitz zwingt, könnten einen Kanon über die unzähligen Ansitzstunden anstimmen.

Jagdfux
Jagdfux

Die Sauenbestände nehmen zu und der technische Fortschritt der Jagdausrüstung macht dabei ebenfalls nicht halt. Was vor Jahrzehnten das Leuchtabsehen war, sind heute Nachtsicht- und Wärmebildgeräte. Neuerungen, die in der Jägerschaft zu teils kontroversen Diskussionen führten. Und doch hat sich dieser Fortschritt immer mehr durchgesetzt. Beide technischen Neuerungen eint die Absicht, Wild waidgerecht erlegen zu können. Das Leuchtabsehen, da es das schwarze Absehen im Leben des dunklen Wildkörpers zentrieren lässt, sowie Wärme und Nachtsichttechnik geben die Gewissheit, ob es eine führende Bache oder ein Keiler ist.

CML Jagd

Privat: CML 6-M

Die Firma CML-Jagd entwickelt, fertigt, vertreibt und repariert seit über  25 Jahren modernster Nachtsichttechnik. Wir beziehen die Röhren in ausgesuchter Qualität unmittelbar vom größten europäischen Hersteller, der Firma PHOTONIS. Unsere Geräte vertreiben wir direkt an den Endverbraucher. Vom Jäger für den Jäger. Sie kaufen bei uns ohne Zwischenhandel unmittelbar vom Hersteller. So können wir höchste […]

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So ermöglicht eine Wärmebildkamera in kürzester Zeit Wärmequelle (Wild) zu jeder Tages- und Nachtzeit festzustellen. Abglasen ohne Fehler und in kürzester Zeit. Ich bin immer wieder fasziniert von den Dingen, die mir die Wärmebildkamera zeigt. Mäuse, Hasen, Eulen, Fledermäuse. Tiere, deren Wahrnehmung schon bei Tageslicht eine Herausforderung ist. Für mich dient die Wärmebildkamera bei der Pirsch- oder Ansitzjagd dem schnellen Erfassen (Spotten) des Schwarzwildes im Feld. Dabei gibt es noch weitere Anwendungsgebiete wie Totsuchen, Hasenzählungen, Objektschutz und als bedingtes Hilfsmittel für die Kitzsuche bei der Wiesenmahd ist sie auch geeignet.
Andere Hilfestellung erhalten wir schon seit Ewigkeiten im Hinblick auf die Vergrößerung von unseren hochvergüteten Zieloptiken.

Pulsar Helion XP 38 (5)
Andreas Barth

Thermaloptiken und restlichtverstärkende Nachtsichtgeräte sind nicht direkt vergleichbar. Sie passieren auf unterschiedlichen Wirkprinzipien. So detektieren Wärmebildgeräte wie das Pulsar Helion XP auf Entfernungen von bis zu 1800 Metern Wärmesignaturen. Wärme wird in HotBlack, HotWhite oder anderen Farbvarianten dargestellt. Das Wild kann in der Weite anhand der Größe und des Bewegungsablaufs angesprochen werden. Nachtsichtgeräte verstärken mit eingebauten Bildröhren unterschiedlicher Generationen das vorhandene Restlicht. Gerade beim Ansprechen von Wild haben moderne Nachtsichtgeräte die Nase vorn. In der schnellen Detektion auf großen Flächen oder dichtem Bestand braucht es Wärmebildtechnik. Eine kombinierte Verwendung ist dabei die optimale Wahl. Ich nutze das Wärmebildgerät PULSAR Helion XP 38 sowie das Nachtsichtvorsatzgerät LYNX Edition JAGDFUX Generation 2s mit einem montierten Beobachtungsokular.
Die Mondphase war fast vorüber und die wenigen Ansitze brachten nicht den erhofften Sauenanblick. Dass die Kirrungen regelmäßig besucht waren, zeigten die Wildkamera- und Fährtenbilder. Zu Beginn der Nacht ging ich zunächst zum Kirrungsansitz. Die Sauen kündigten sich spät an. Knacken, Quieken und Schnaufen sind immer wieder ein Moment, der mein Herz für Augenblicke stocken lässt. Zwei Überläuferbachen mit ihrem Nachwuchs betraten die Bühne. Bei jedem „Blasen“ legten sich die Frischlinge flach ins Gras und warteten die vermeintliche Gefahr ab. Genüsslich wurde die Maisrolle bewegt, bis die kleine Rotte weiterzog.

KURZ ENTSCHLOSSEN

Andreas Barth
Andreas Barth

Ich baumte ab und entschloss mich, vor der Heimfahrt kurz zu einer anderen Kirrung zu pirschen. Mein Jagdfreund erzählte mir von einem strammen Überläuferkeiler, der jede Nacht und zuletzt bei Sonnenaufgang des vergangenen Tages die Kirrung besuchte. Der Einstand konnte also nicht weit weg sein. Fast bei der Kirrung angekommen, kletterte ich auf die Hälfte der Leiter einer nahen Ansitzeinrichtung und verschaffte mir mit der Wärmebildkamera einen Über-blick. Deutlich konnte ich eine „weiße Sau“ im vor mir liegenden Hochwald bummelnd, aber geradewegs in Richtung Kirrung ziehen sehen.

VORTEIL GENUTZT

Andreas Barth
Andreas Barth

Mit einem Doppelglas hätte ich das einzelne Stück aufgrund der dichten Baumkronen und des damit verbundenen Baumschattens übersehen und wäre sicherlich bereits auf dem Rückweg zum Auto gewesen. So bezog ich aber leise den Ansitz, um das Stück weiter in Augenschein zu nehmen. Dank des Nachtsichtgeräts konnte ich den „schwarzen“ Körper klar als den bekannten Überläufer-keiler identifizieren, denn deutlich erkannte ich den Pinsel an der Bauch-linie. Leise ging ich in den Anschlag, betätigte den Abzug und die Kugel verließ die Laufmündung in Richtung des ausgewählten Schwarzkittels. Dann folgten Stille und die Ungewissheit, ob der Treffer im Leben saß. Durch die Wärmebildkamera zeichnete sich der liegende Wildkörper deutlich im Gras ab. Beruhigt warte ich etwas ab, bis ich zum Stück ging. Die silbrig glänzende Sommersau, der Überläuferkeiler, lag im Knall und ich bat meinen Jagdfreund, beim Bergen zu helfen. Im Team mit Passion und einer Brise Jagdglück macht man Beute. So ging wieder eine erfolgreiche Jagd mit herrlichem Anblick und Waidmannsheil zu Ende. Es bleibt ein gutes Gefühl über eine Jagd ohne Nachsuche und vor allem über die richtige Auswahl.

Andreas Barth (freier Autor, Jagdblogger Dreispross)Fotos: Andreas Barth, CML