8 Tipps für „Frostbeulen“

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Eisige Hände und kalte Füße? – Das ist nicht nur unangenehm, sondern macht beim Ansitz schlechte Laune. Mit welchen Tricks Sie es gar nicht so weit kommen lassen müssen, verrät Ihnen David Ris.

Das Kälteempfinden ist individuell, kann aber trainiert werden. Unter anderem hängt es von der Dicke des Unterhautfettgewebes ab, das als Isolationsschicht dient. Dünne Menschen frieren in der Regel schneller als dicke. Auch Menschen mit niedrigem Blutdruck neigen zu erhöhter Kälteempfindlichkeit. Die meisten Rezeptoren für das Temperaturempfinden sitzen in Haut und Schleimhäuten. Diese Rezeptoren können aber auch anders beeinflusst werden. Inhaltsstoffe von Chilischoten können die Wärmerezeptoren aktivieren. Deshalb fühlt sich Schärfe ähnlich wie Hitze an. Hingegen wirkt Menthol erfrischend, da es die Kälterezeptoren anregt. Es gibt allerdings auch im Gehirn und im Rückenmark sehr empfindliche Rezeptoren, die die Kerntemperatur des Körpers messen.

TIPP 1: ABHÄRTEN
Sport, Saunabesuche, Wechselbäder oder Kalt-warm-Duschen trainieren das Gefäßsystem bzw. die Durchblutung. Das heißt: Je besser die Durchblutungsregulation ist desto besser kann der Körper reagieren.

TIPP 2: ZWIEBELSCHALENPRINZIP
Statt einem dicken Kleidungsstück lieber viele dünne Schichten anziehen. Denn zwischen den einzelnen Lagen bilden sich Luftpolster, die als Isolierung dienen. Darüber hinaus kann man besser auf Tempe-raturänderungen reagieren. Merinowolle oder Funktionskleidung eignen sich beispielsweise hervorragend für dieses Prinzip, da sie nicht nur isolieren, sondern auch Feuchtigkeit nach außen transportieren.

TIPP 3: TROCKEN BLEIBEN
Auch im Winter kommen wir bei körperlicher Anstrengung ins Schwitzen: beim Anmarsch zum Hochsitz oder Bergen von Wild. Das klassische Baumwollshirt saugt die Feuchtigkeit auf und trocknet sehr langsam. Nässe entzieht dem Körper schnell Wärme – wir frieren. Moderne Funktionskleidung ist schnelltrocknend und leitet die Feuchtigkeit nach außen.

TIPP 4: HÄNDE, FÜSSE, KOPF
Dünne Unterziehhandschuhe und -socken mit dicken kombinieren. Eine durchblutungsfördernde Salbe dünn auf die Fußsohlen auftragen. Baumwollsocken meiden, da sie schnell feucht werden. Kopf bedecken, da dort viele Thermorezeptoren sitzen.

TIPP 5: SCHARFES ESSEN …
Chili oder Pfeffer steigern die Durchblutung. Generell Essen und Trinken nicht vergessen. Mit fortschreitender Dehydrierung verdickt sich das Blut und erschwert die Durchblutung. Am besten eine Thermoskanne mit auf den Ansitz nehmen.

TIPP 6: KEIN/E ZIGARETTEN UND ALKOHOL
Alkohol hat bei der Jagdausübung nichts verloren! Außerdem wirkt er gefäßerweiternd und entzieht dem Körper Wasser. Nikotin ist ein starkes Nervengift, das langfristig die Durchblutung verschlechtert. Daher frieren Raucher deutlich schneller.

TIPP 7: BEWEGUNG
Bewegung macht warm – das weiß jeder. Aber auf dem Hochsitz sollte man ja still sitzen. Was also tun? Muskeln anspannen und entspannen, Zehen und Finger bewegen! Damit anfangen, bevor man komplett ausgekühlt ist.

TIPP 8: WARME GEDANKEN
Ja, es klingt abgedroschen. Aber man kann den Körper tatsächlich durch die eigene Vorstellungskraft aufheizen. Diese Selbstsuggestion wird zum Beispiel im autogenen Training gelehrt. Von jetzt auf gleich geht das natürlich nicht, diese Fähigkeit muss trainiert werden. Generell spielt die eigene Einstellung eine große Rolle. Wer mit Freude auf den winterlichen Ansitz geht, wird deutlich später frieren und es als weniger unangenehm empfinden als jemand, der eigentlich lieber in der warmen Stube geblieben wäre.

David Ris